Zertifikat meines Weges nach Santiago

28. Mai 2017_Ruhetag in Santiago de Compostela

0 km (707/3.242) 0:00 h
0 km seit Santiago

Gestern war in Santiago die Hölle los. Zum einen feiern sie bis heute Christi Himmelfahrt, es gab Konzerte, die Stadt war zum Bersten voll.

Das hatte zum anderen auch mit dem internationalen StarWars-Tag zu tun, der mit einem großen Umzug gefeiert wurde. Wenn ich als  Pilger am Nachmittag angekommen wäre, ich hätte sofort wieder die Flucht ergriffen.

So hatte ich aber einen relativ ruhigen Abend, mit einem geführten Kirchenrundgang und gemütlichen Beisammensitzen mit Rosa Maria und Johan, der auch eingetroffen ist.
Besonders schön war es, einige der Pilger wieder zu sehen, die man unterwegs getroffen hat.

Elfi, Anna und David sind dann gegen 22:30 Uhr angekommen und wir hatten noch einen gemütlichem Imbiss in der Stadt. Wunderschön, dass sie da sind.

Heute in der Früh habe ich mir als erstes meine Compostela (in lateinischer Sprache – Petrum Gamperl) und mein Zertifikat über die zurückgelegte Strecke geholt.

Zertifikat meines Weges nach Santiago
Zertifikat meines Weges nach Santiago

War schon ein schönes Gefühl, meine vier vollen Pilgerpässe vorlegen zu können und dann 3.242 km und Siebenbrunn auf der Urkunde zu haben.

Wir haben dann gemeinsam die Pilgermesse besucht, wegen des Feiertages wurde der Botafumeiro nochmals geschwungen, und wir genießen gerade unser Hostel und die schöne Altstadt von Santiago.

 

Vor zwei Tagen habe ich einen Spruch gelesen, über den ich viel nachgedacht habe:

Ein glücklicher Mensch ist nicht immer dankbar.
Aber ein dankbarer Mensch ist immer glücklich.

Er beschreibt auch gut die beiden Gefühle, die ich gestern bei meiner Ankunft empfunden habe.

Ich bin glücklich (und auch ein wenig stolz), diesen Weg nach so langer Zeit so gut und unfallfrei beendet zu haben, so viele Erfahrungen gemacht zu haben und vor allem so viele Menschen getroffen zu haben.

Aber bin war noch viel dankbarer.

Für meine Gesundheit, die es mir ermöglicht hat, diesen Weg zu gehen.
Für meinen Job, durch den ich mir diesen Weg (und noch vieles mehr) auch leisten kann.
Für meine Freunde, Bekannten, Verwandten, durch die ich ein tolles Umfeld genießen kann.
Für meine Mutter, die mich/uns sowohl beim Camino als auch im ganzen Leben immer unterstützt hat. (Und die wahrscheinlich keine Nacht schlafen gegangen ist, bevor sie meinen Blog gelesen hat.)

Für meine Kinder, die in den letzten Jahren ihren eigenen Weg so erfolgreich gegangen sind und sich zu besonders liebenswerten und wertvollen Menschen entwickelt haben.

Und ganz besonders für Elfi, die mir das alles ermöglicht hat und die – vor allem in den ersten Jahren – die ganze Arbeit hatte, während ich auf „Aktiv-Urlaub“ war.
Sie ist – wie es Reinhard Mey so schön in einem Lied beschreibt – die Frau meiner Träume und die Heldin meiner Wirklichkeit.

 

Besonders dankbar bin ich aber auch für die Menschen, die ich in den letzten Jahren auf dem Camino kennen lernen durfte, mit denen ich einige Tage unterwegs sein durfte und mit denen ich noch teilweise in Kontakt bin.

Z.B. sind das Enrique aus Spanien, Christa aus Deutschland, Franz aus Österreich (Bad Waltersdorf), Volker aus Deutschland, Kevin aus den USA und Markus aus der Schweiz.

Und natürlich besonders die drei, die mich heuer begleitet haben:

Mit Gustav und Johan aus Schweden sowie Natalie aus Frankreich in Astorga
Mit Gustav und Johan aus Schweden sowie Natalie aus Frankreich in Astorga

Wir waren einige Tage ein tolles Team, gingen teilweise zusammen, teilweise getrennt, haben uns immer wieder getroffen und in den Herbergen viel Spaß gehabt, aber auch tiefsinnige Gespräche geführt.

Sie sind alle drei bereits nach Finisterre unterwegs, Gustav (Zitat von Natalie: He is dancing on the Camino) wahrscheinlich sogar schon wieder auf dem Rückweg.

Keine Ahnung, ob wir uns nochmals sehen werden, ob wir über Mail oder Facebook in Kontakt bleiben, es war auf jeden Fall wunderschön mit Ihnen.

Und es sind unter anderem auch solche Begegnungen, die die Faszination des Jakobsweges ausmachen.

Ihr seht, heute ist Ruhetag und einmal viel Zeit für Blog und Tagebuch.

Aber ab morgen wird es wieder anders, da starten wir unseren gemeinsamen Weg nach Finisterre!

 

 

2 Einträge bei “28. Mai 2017_Ruhetag in Santiago de Compostela

  1. Hallo Peter
    Melde mich erst heute, da ich der Meinung bin, dass dieser Moment des Ankommens dir und nur dir alleine gehört.
    Du hast nun deinen persönlichen Jakobsweg zu Ende gebracht. Ich bin dankbar, dass ich dich ein wenig begleiten durfte. Deine Berichte, Bilder und deine persönlichen Eindrücke, die du immer übermittelt hast sind einfach eine Wucht.
    Jch freue mich schon wenn wir uns wieder bei unserer gemeinsamen Busfahrt nach Graz, oder gehst du ab jetzt diese Strecke auch zu Fuss, unterhalten können. Werde dich bis ins Detail ausquetschen, ich will alles wissen. Dann bis nach Pfingsten! Noch schöne Tage mit deiner Familie und doch noch Buen Camino! Liebe Grüße Elfi

    1. Liebe Elfi!
      Wie du ja bereits bemerkt hast, fahre ich doch noch mit dem Bus!
      Danke für die lieben Worte und Wünsche.
      LG, Peter

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