Seit der letzten Zitat-Sammlung sind schon wieder einige Wochen vergangen. Immer noch beschäftigt uns das Virus und beeinflusst unsere Lebensgewohnheiten teilweise. Es gibt zum Virus immer noch etwas zu sagen, wodurch es einem zweiten zusammenfassenden Beitrag zu den eindringlichsten Corona-Zitaten bedarf.

 

„Aus acht Millionen Teamchefs wurden acht Millionen Corona-Experten.“
Franzobel mit meinem bis dato Lieblingszitat.

 

„Man nimmt nicht das abgewandte Unheil wahr, wohl aber die sichtbaren negativen Folgen.“
Hubert Patterer analaysiert Anfang Mai in seinem Leitartikel den zunehmenden Unmut der Bevölkerung.

 

„Das Kollektiv zerfällt in der Geschwindigkeit, in der es sich bildete.“
Abermals Patterer pointiert.

 

„So viel Freiheit wie möglich, so viel Einschränkung wie notwendig.“
Kanzler Kurz bei seinem Statement zur schrittweisen Maßnahmenlockerung Ende April.

 

„Je mehr sie aus unserem Alltag verschwindet, desto stärker wird die Sorglosigkeit. Und natürlich hat die Maske auch einen symbolischen Effekt.“
Kurz zu der Rückkehr der Maskenpflicht am 24.Juli.

 

„Dass Menschen füreinander einstehen, neue Solidarität zeigen, das kann einem Mut und Trost geben.“
Andreas Monschein, Pfarrer von Kinderg, ist aktuell in der Seelsorge besonders gefragt und spürt eine neue Nähe in der Distanz.

 

„Es scheint uns aber so gutzugehen, dass sich unsere Volksvertretung mit derlei Details nicht aufhalten muss. Und, dass sie daher die dreitägige Budgetdebatte ruhigen Gewissens zur Selbstdarstellung und Feindbildbestimmung verwenden kann. Und so lauschen wir ergriffen den Klängen der Bordkapelle – mögen sie das Knirschen der Eisberge noch lange übertönen!“
Ernst Sittinger in der Morgenpost der Kleinen Zeitung zur Budgetdebatte.

 

„Ich hab‘ schon mal wieder Lust, einen richtig umzukrätschen!“
Frankfurt-Legionär und ÖFB-Teamspieler Stefan Ilsanker sehnt den Fußball schon wieder herbei.

 

„Es war kein Übergewichtiger dabei.“
Laut LASK-Trainer Valerien Ismael dürften alle Spieler das Heimprogramm durchgezogen haben, um fit beim Trainingsstart zu erscheinen.

 

„Wenn Sie Ihren Koffer packen, vergessen Sie ihren Hausverstand nicht!“
Außenminister Alexander Schallenberg mahnt trotz Grenzöffnung in den Süden zur Vorsicht und appelliert für einen Urlaub in Österreich.

 

„Wir sind als Regierung darauf angewiesen, dass sie mitmachen!“
Werner Kogler appelliert an alle zur Eindämmung beizutragen. Die Regierung könne zwar verordnen und Gesetze beschließen, umsetzen müsse es aber die Bevölkerung.

 

„Es ist keine falsche Wahl getroffen worden, weil es keine Wahl gab.“
Philosoph Reinhard K. Sprenger über die Vorgänge der Regierung im März.

 

„Vieles von dem, was wir sagen, hat Empfehlungscharakter, weil wir nicht jeden Zentimeter regeln wollen.“
Kogler spricht weiters über die Abhängigkeit der Regierung von der Bevölkerung.

 

 

„Vielen Joggern, die plötzlich in der Stadt auftauchen, sieht man an, dass sie noch nie gelaufen sind, nirgendwo hin, je. Menschen, die niemals freiwillig das Haus verlassen, folgen dem Zwang spazieren zu gehen, leiden an bürgerlicher Wanderlust, pilgern gediegenen Schrittes durch die Seuche, atmen schwer und klopfen sich auf die Schulter, weil sie so viel an sich selbst denken.“
Autorin Valerie Fritsch führt im Rahmen eines Projekts des Literaturhauses Graz ein Corona-Tagebuch. (Link ganz unten)

 

„Krisenzeiten befördern den Sozialdarwinismus.“
Pyschologe Stefan Hopmann über die soziale Kluft, die durch die Fernlehre an Schulen zum Vorschein kam.

 

„Wir haben unerschrocken weitergemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben werden.“
Papst Franziskus bei seiner Meditation am Petersplatz.

 

„Alles ist wieder halb normal. Die ersten halben Begegnungen und Treffen liegen hinter uns, die ersten halben Reisen vor uns, manche Grenzen sind halb durchlässig. Die Kinder besuchen halb die Schule. Mit halben Gesichtern gehen wir einkaufen.“
Für Autor Thomas Stangl ist die neue Normalität nur halb. (Mitte Mai)

 

„Was uns Sorgen machen müsste, ist die Leichtfertigkeit, mit der viele Mensche auf diese wiedergewonnene Freiheit reagieren.“
Michael Jungwirth, Redakteur der Kleinen Zeitung, am Tag nach der Maßnahmenlockerung Anfang Juni.

 

„Der Verdacht rein politischer oder wirtschaftlich fundierter Entscheidungen – zum Wohl Einzelner, nicht des Ganzen – war schwer von der Hand zu weisen.“
Abermals Jungwirth zu den forschen Lockerungen.

 

„Wir sind sozusagen die Flex, die Trennscheibe für die Gesundheitsbehörenden, um die Infektionskette rasch zu durchbrechen.“
Innenminister Karl Nehammer übt sich in Metaphern.

 

„Gesundheit ist wichtiger als Rindenmulch oder das Salatpflänzchen.“
Andreas Wohlmuth vom Pensionistenverband sieht die Einkaufslust manch ältere Erdbürger nach den Lockerungen zu Ostern kritisch.

 

„Seuchen haben einen natürlichen Ursprung und müssen mit medizinischem Sachverstand bekämpft werden.“
Kardinal Christoph Schönborn über den Umgang mit dem Virus.

 

„Wir haben uns dann verplaudert und leider die Zeit übersehen. Das tut mir aufrichtig leid.“
Bundespräsident Alexander VdB nach seinem Fauxpaus beim Italiener.

 

„Bei jedem täglichen Plan war ein klein wenig Scheitern vorprogrammiert.“
NEOS-Chefin Meinl-Reisinger über das Home-Schooling mit ihren Kindern.

 

„Menschen, die an eine Verschwörungstheorie glauben, immuniseren sich gegen jedes Argument.“
Autorin und Journalistin Ingrid Brodnig sieht die vielen Verschwörungstheorien äußerst kritisch.

 

„Es ist auch eine spannende Frage, ob wir die hektische Mühle der vielen Termine überhaupt wieder zurückwollen.“
Caritas-Direktor Herbert Beiglböck denkt über die Zukunft und die Rückkehr der Normalität nach.

 

„Das ist unverantwortlich.“
Der deutsche Virologe Christian Drosten, einer der führenden Corona-Forscher, ruft dazu auf, auf Experten zu hören und Verschwörungstheorien nicht unreflektiert aufgrund oberflächlichen Wissens zu verbreiten.

 

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Corona-Zitate (Teil 2)

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